Tipps zur Umstellung

Lösung finden, informieren

Der Ernährungsplan bei Arthrose klingt erstmal abschreckend… So viel, an das man sich gewöhnt hat und auf das man nun von jetzt auf gleich verzichten soll… Wie soll das gehen? Das höre ich immer wieder von Betroffenen, mit denen ich über diese Art der Ernährung spreche und die ich davon überzeugen möchte. Ich denke aber, dass es ein paar Tricks gibt, mit denen man sich die Umstellung leichter machen kann:

Planung

So blöd das klingt, aber auch ein solcher Schritt wie die Umstellung der Ernährung sollte gut geplant werden. Jeder gute Plan beginnt mit einer Bestandsaufnahme. Diese sollte zwei Bereiche umfassen:

1. Wie sieht es mit meiner Gesundheit genau aus?

Hierhin gehört eine genaue Auflistung aller Beschwerden bzw. Krankheiten, die Dich im Moment „plagen“. Sinn macht es auch, dabei einzuschätzen, wie sehr Dich diese Beschwerden beeinträchtigen und wie oft sie vorkommen. Zur Einschätzung der Beschwerden hilft eine Skala von 1 – 10, bei der die 1 bedeutet, die Beschwerden belasten mich garnicht und 10 bedeutet, die Beschwerden sind kaum auszuhalten. Diese Liste dient dazu, nach den ersten 6 – 8 Wochen der Umstellung bilanzieren zu können, ob die Umstellung der Ernährung meine Gesundheit objektiv und subjektiv verbessert hat.

2. Wie sehen meine jetzigen Ernährungsgewohnheiten aus?

Schreib doch mal eine Zeitlang (z.B. eine Woche lang) auf, was Du so isst. Danach vergleich diese Liste mit den Regeln der Arthrose-Ernährung und stell dann die Nahrungsmittel fest, die Du nicht mehr essen darfst. Und dann mach Dich mal im Reformhaus usw. schlau, was es für Möglichkeiten gibt. Ich weiss, das Thema „Ersatzprodukte“ ist ein viel diskutiertes, aber ich finde, wenn es die Umstellung leichter macht, warum nicht?

Bei mir waren die „Knackpunkte“: Käse, Eis, Schokolade und mein geliebtes Frühstücksei am Sonntag Morgen… Für Käse und Ei habe ich relativ schnell Ersatzprodukte gefunden, das mit dem Ei hat länger gedauert, aber dazu später mehr.

Geschmacksfrage

Viele fragen mich: schmecken diese „Ersatzprodukte“ denn?! Ich finde, das ist eine Frage der Sichtweise und der Erwartungen. Wenn ich z.B. den Geschmack des köstlichen Straciatella-Eises beim Italiener auf der Zunge habe und dann ein Soja-Eis aus dem Supermarkt esse, kann ich nur enttäuscht werden. Wenn ich Straciatella-Eis will, muss ich auch Straciatella Eis essen. Anders geht es nicht. Wenn ich mich aber freue, dass ich durch das Soja-Eis auch Eis essen kann, wenn ich Lust dazu habe und nicht verzichten muss, kann ich über den etwas anderen Geschmack auch hinweg sehen.

Genauso ist es mit dem Käse oder der Soja Wurst oder anderen Produkten. Der Geschmack IST anders, da gibt es kein vertun. Die Frage ist höchstens, schmeckt es oder schmeckt es nicht, aber nicht, schmeckt es auch so wie das ursprüngliche Produkt…

Machen Dich also am besten vor der Umstellung auf die Suche nach „Ersatzprodukten“ für Dinge, auf die Du nicht verzichten willst.

Hunger hat was mit (seelischen) Bedürfnissen zu tun

Du wirst vor oder auch nach der Umstellung fest stellen, dass Essen nicht nur was mit der Nahrungsaufnahme zu tun hat. Das ist zwar eine „Binsenweisheit“, aber wenn man sie am eigenen Leibe erfährt, ist es was ganz anderes.

Wenn Du merkst, dass Du „Hunger“ auf etwas hast, und das ist nach den Regeln der Arthrose Ernährung ungünstig, kannst Du Dich fragen, warum es denn jetzt ausgerechnet DAS sein soll, und nicht etwas, was erlaubt ist. Es könnte sein, das Du dann fest stellst, dass es eigentlich um etwas ganz anderes geht, als um den „Hunger“. Essen hat immer auch etwas damit zu tun, sich selber etwas gutes zu tun, sich zu „versorgen“, es sich „gut gehen zu lassen.“ Wenn Du dieses Bedürfnis hinter dem Wunsch nach einem bestimmten Nahrungsmittel erkannt hast, dann kannst Du Dir auch überlegen, welches Lebensmittel im Rahmen der neuen Ernährung diesem Bedürfnis gerecht wird. Oder, noch besser, Du stillst Dein Bedürfnis auf eine andere Art und Weise, die nichts mit Essen zu tun hat und tust Dir wirklich etwa Gutes… 😉

Ich habe das erkannt anhand meines Bedürfnisses nach dem Frühstücksei am Sonntag Morgen. Mir wurde klar, das in diesem Ei das ganze Ritual des schönen, ruhigen Sonntagsmorgens konzentriert ist. Ei = Sonntag Morgen = Ruhe = Zeit für mich. Ich habe mir dann ein anderes Ritual ausgesucht und seitdem mache ich mir am Sonntags Morgens einen üppigen Obst Teller inkl. einer Mango. Ich liiiiiebe Mangos! Und das Ritual der aufwendigen Zubereitung des Obsttellers und diese leckere Mango, die es NUR am Sonntag gibt, lässt mich mein Frühstücksei am Sonntag Morgen nicht mehr vermissen.

Fastenwoche

Wenn Du diesen Dingen noch näher auf die Spur kommen willst, empfehle ich Dir, mit einer Fastenwoche die Umstellung zu beginnen. Aus mehreren Gründen:

1. Es hilft dem Köper zu entschlacken und zu entgiften.

2. Du merkst in der Fastenwoche direkt die Zusammenhänge zwischen psychischen Bedürfnissen und „Hunger“.

3. Nach der Fastenwoche schmecken Dir die neuen Lebensmittel wieder ganz anders (meistens besser) als wenn Du direkt umsteigst. Meistens ist man nach einer Fastenwoche auch mit „weniger“ zufrieden als vorher.

Der berühmte „Hunger zwischendurch“

Die Aussicht, morgens „nur“ Obst essen zu können, schreckt die meisten Menschen, mit denen ich über diese Form der Ernährung spreche, am deutlichsten ab. „Dann habe ich ja gleich wieder Hunger!“ ist das, was ich am meisten zu hören kriege.

Die Antwort: „Na und, was ist so schlimm daran, du kannst ja gleich wieder einen Apfel oder anderes Obst essen, das ist doch erlaubt.“, wäre am einfachsten, trifft den Kern aber nicht genau.

Ich habe die Erfahrung gemacht, das es zum einen mit den oben genannten psychischen Bedürfnissen zu tun hat (Ich will mich „rüsten“ für den Tag, ich muss leisten, ich kann nicht immer essen…) und zum anderen habe ich gemerkt, das sich mein „Hunger“ Gefühl verändert hat. Der Mensch ist ein Gewohnheits-Tier. Früher wäre ich auch mit einem Apfel nicht satt geworden. Jetzt ist es anders. Nicht nur wegen der Gewohnheit, auch weil ich „Hunger“ und „Satt“ inzwischen anders „definiere“ bzw. andere Körperempfindungen so benenne… Kennst Du den Unterschied zwischen „Appetit“ und „Hunger“?!

Positiv denken!

Jede Umstellung unserer Gewohnheiten sollte uns Freude machen. Ist das Ganze nur „Kopf“ gesteuert und der Vernunft geschuldet, ist die Gefahr des Scheiterns groß. Richte  es für Dich so ein, das es Dir Spass macht, etwas auszuprobieren. Betritt neues neues Ufer und hab Spass am Experimentieren. Und gib Dir Zeit! Das Gehirn braucht mind. 21 stetige Wiederholungen, bis es etwas Neues gelernt hat. Und auch dann muss man noch „dran“ bleiben. Also erwarte nicht zu viel von Dir!

Nach den 6-8 Wochen nimm Dir Deine Bilanz wieder vor und vergleiche. Wo geht es Dir jetzt besser und wo nicht? Ich verspreche Dir, das es Dir besser gehen wird. Und dann wirst Du genügend Motivation haben, um weiter zu machen, ganz von alleine!

Soweit erstmal meine „Ratschläge“ zur Umstellung. Ist für Dich etwas unklar geblieben? Hast Du noch eine Frage? Dann ran an die Kommentare, ich antworte gerne!

Jetzt wünsche ich erstmal viel Erfolg bei Deinem Vorhaben und vor allem eine gute Gesundheit!

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One thought on “Tipps zur Umstellung

    1. Hallo Erika,
      vielen Dank für Deinen Kommentar und Glückwunsch zu Deinem Entschluss, die Ernährung umzustellen. Ich bin mir sicher, dass sie sich auch auf Deinen Blutdruck positiv auswirken wird. Ich habe bisher noch nicht gehört, dass es negative Wechselwirkungen zwischen dieser Ernährung und Blutdrucksenkenden Medikamenten gibt. Aber wenn Du ganz sicher gehen willst, dann frage bei Deinem Arzt oder in der Apotheke nach.
      Liebe Grüße
      Hans-Jürgen

  1. Hallo, ich mache seit heute die Ernährungsumstellung und frage mich ob ich denn genug Eiweiß zu mir nehme. Ich habe eine Histaminintoleranz u. eine orale Nickelallergie. Das führt dazu, dass ich gewisse Lebensmittel nicht zu mir nehmen kann. U.a. Vollkornprodukte. Desweiteren hoffe ich mit einer langfristigen Umstellung auch dort Bewertungen zu verspüren. Haben Sie da Erfahrungen? Vielen Dank für die vielen Informationen auf Ihren Seiten u. derer deren sie nennen.

    1. Hallo Birgitta,
      vielen Dank für Deinen Kommentar! Konntest Du die Umstellung bis heute durchhalten? Ich komme leider erst heute dazu, auf Deinen Kommentar zu antworten. Was die Allergien betrifft… Prof. Wendt, der Entdecker der „Eiweisspeicher-Krankheit“ gibt an, dass auch Allergien auf zu volle Eiweisspeicher zurück zu führen sind. Ich persönlich bin meine Pollenallergie, die ich seit der Pubertät hatte, durch die Ernährungsumstellung los geworden… nach über 40 Jahren Beschwerden… einfach so! Deshalb denke ich, dass die Umstellung auch auf Deine Allergien eine gute Auswirkung haben wird. Berichte doch gerne über Deine Erfahrungen. LG Hans-Jürgen

  2. Lieber Hans- Jürgen Lahann,
    auf Grund einer Arthrose an beiden Knien, habe ich habe vor 6 Tagen mit der Ernährungsumstellung zur „Ganzheitlichen Arthrose Therapie“ begonnen. Schon 4 Wochen davor habe ich angefangen 2 x täglich Bio- Hagebuttenpulver einzunehmen. Kann ich damit fortfahren, oder ist es zu stark säurebildend? Noch eine weitere Frage. Wir werden in einer Woche Urlaub in einem Hotel auf Mallorca machen. Die erste Orangenernte ist schon im Gange, das Frühstück ist also gesichert, aber ist es in dieser Anfangszeit sehr von Nachteil, wenn ich Kompromisse eingehen muss? Ich freue mich auf Ihre Antwort und bedanke mich.
    Susanne

    1. Liebe Susanne,
      das Hagebuttenpulver kannst Du ruhig weiter nehmen, dass ist aus meiner Sicht kein Problem. Und was den Urlaub angeht: solange Du auf tierisches Eiweiss verzichten kannst, wirst Du auch Fortschritte machen. Kannst Du das nicht einhalten, wird es lediglich länger dauern, bis sich Verbesserungen einstellen. Arthrose ist ein sehr langfristiger Prozess, deshalb machen ein paar Wochen Urlaub hier nichts aus. Es dauert dann nur halt länger 🙂
      Liebe Grße
      Hans-Jürgen

      1. Lieber Hans- Jürgen,
        herzlichen Dank für die schnelle Antwort! So ein Neubeginn bringt doch auch Unsicherheiten mit sich, da tut es gut, Unterstützung und Rat von erfahrener Seite zu bekommen!
        Viele Grüße! Susanne

  3. P.S.: Am späten Vormittag, während der Vorbereitung des Mittagessens, ist mir heute schon zum zweiten Mal schwindelig geworden. Ohne großes Hungergefühl. Ist das normal?

    1. Liebe Susanne,
      in der Zeit der Umstellung reagiert jeder Körper anders, deshalb ist es schwierig, hier von „normal“ zu sprechen. Wichtig ist, dass Du auf Deinen Körper hörst und vor allem die Regel des Verzichtes auf tierisches Eiweiss und des Obstfrühstückes beachtest.Dann wird es mit der Zeit besser werden.
      Liebe Grüße
      Hans-Jürgen

    1. Liebe Susanne,
      das ist tatsächlich ungewöhnlich und höre ich zum ersten mal. Sollte sich das nicht bald bessern, solltest Du auf jeden Fall einen Arzt fragen.
      Liebe Grüße
      Hans-Jürgen

      1. Lieber Hans-Jürgen,
        nach einem Spaziergang hat sich der Blutdruck wieder normalisiert. Ich werde auf meinen Körper hören und gegebenenfalls meinen Hausarzt aufsuchen.
        Nochmals Danke! Susanne

    1. Liebe Christiane,
      die GAT hilft bei jeder Art von Arthrose und bei noch vielen anderen Krankheiten 🙂 Einfach probieren!
      Liebe Grüße
      Hans-Jürgen

  4. Wenn man Schmerzen hat läßt sich die Ernährung leicht umstellen.Ich habe 2 Jahre strenge Diät gemacht und war schmerzfrei. Ich habe eine Selbsthilfegruppe gegründet, Herr Fissler hat bei uns einen Vortrag vor 75 Personen gehalten . Später habe ich mich dann doch operieren lassen.kain

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